Wenn du Hunde betreuen möchtest, gehört es dazu, regelmäßig neue Hunde zu integrieren – entweder, weil du deine Gruppe vergrößern oder frei gewordene Plätze neu besetzen willst. Wie du beim Kennenlernen und der Integration neuer Betreuungs-Hunde am besten vorgehst, worauf du achten musst und welchen Fehler ich heute nicht mehr mache, erfährst du in diesem Artikel.
Wie meine ersten Kennenlern-Termine aussahen
Seit 2006 bin ich als Dogwalker selbstständig und habe im Laufe der Jahre viel gelernt. Anfangs war das Kennenlernen neuer Hunde oft kostenlos und fand direkt in der Hundegruppe statt. Dabei hatte ich meist meine eigenen Hunde dabei und traf mich mit den Besitzern und ihren Hunden direkt in den Hundegruppen. Dies habe ich in den letzten Jahren peu à peu umgestellt.
Kostenloses Kennenlernen – eine gute Idee?
Ein absoluter Gamechanger war die Einführung eines bezahlten Kennenlerntermin. Heute verlange ich für das Kennenlernen eine Gebühr, um meine Zeit entsprechend zu honorieren. Ich möchte wirklich passende Hundefreunde anziehen, denen eine gute Betreuung wirklich Geld wert ist und gleichzeitig neugierige “Ich-will-nur-mal-gucken-Interessenten” etwas abschrecken.
Aber auch eher unangenehme Kennenlerntermine kommen jetzt viel weniger vor. Ein prägnantes Beispiel war ein Mann mit einem Bullterrier, der bei unserem Treffen sofort aggressiv wurde. Ich habe den Hundehalter gebeten zu gehen, da es unter diesen Umständen keinen Sinn machte. Ein anderes Mal fühlte sich eine Besitzerin von meinen vielen Fragen bedrängt, dabei sind diese essentiell, um den Hund und seine Bedürfnisse einschätzen zu können. Es ist ok, wenn es mal kein Match ist. Aber natürlich möchte ich die investierte Lebenszeit bezahlt bekommen.
Außerdem kommen die Hundehalter beim Ersttermin nicht mehr mit in die Betreuungs-Gruppe. Das hat mehrere Vorteile: Weniger Stress für den neuen Hund, die bestehende Gruppe und für mich selbst. Wenn ein neuer Hund direkt in die Gruppe kommt, ist die Aufmerksamkeit stark geteilt, was für alle Beteiligten schwierig ist.
Durch diese Veränderungen ist es für mich kein Problem, im Monat viele neue Kunden und Hunde kennenzulernen. Im Juni 2024 waren es beispielsweise:
7 Kennenlernen + 5 Probebetreuungen 🥳
Ob du Hundehalter oder selbst (angehender) Hundebetreuer/Dogwalker bist: Du solltest immer darauf achten, dass der Kennenlern-Prozess für alle so stressfrei wie möglich ablaufen kann! Ganz besonders natürlich für deine vorhandenen Hunde.
Mein Kennenlern-Prozess heute
Nachdem ein Interessent sich bei mir gemeldet hat, vereinbare ich einen Kennenlerntermin mit Hund & Mensch. Ist diese Hürde geschafft, kommt bei mir als nächstes eine Probebetreuung!
Schritt 1: Kennenlern-Termin: Erstmal beschnuppern!
Beim Kennenlernen nehme ich einen Tages- oder Pensionshund mit, was die Halter 20 € kostet, und wir gehen eine Runde in meiner Wohngegend spazieren. Dies hat sich als sehr praktikabel erwiesen, da es nicht zu teuer ist und ich so gut 30 Minuten investieren kann. Wenn möglich, nehme ich auch meinen eigenen Hund mit, allerdings ist Odi aufgrund seines Verhaltens nicht immer geeignet. Vielleicht wird mein nächster Hund freundlicher im Erstkontakt sein, dann werde ich ihn auch mitnehmen.
Dabei checken wir ab: Wie sind Hund und Mensch drauf? Kann ich das Vertrauen der Hundebesitzer gewinnen? Und passt der Hund überhaupt in die Gruppe oder würde es im Chaos enden?
Hat es gut geklappt, lade ich den Hund zum Probetag bei mir ein!
Schritt 2: Probebetreuung – der Reality-Check!
Nach einem erfolgreichen Kennenlernen folgt die Probebetreuung, entweder als Probe-Dogwalking oder Probetagesbetreuung. Erst danach entscheide ich, ob der Hund zur Gruppe passt. Es kann sein, dass ich einen Hund für die Hundepension ablehne, aber für die Tagesbetreuung annehme. Dies hängt immer von den individuellen Bedürfnissen des Kunden ab.
Warum die Eingewöhnung ohne Hundebesitzer erfolgt
In der Probebetreuung führe ich den Hund ohne den Besitzer in die Gruppe ein, was für weniger Druck sorgt. Dabei habe ich ein Ritual entwickelt, das ich stetig weiter anpasse, um es den Hunden so einfach wie möglich zu machen. Ich achte darauf, dass der Hund, den ich mitnehme, freundlich ist und bringe Leckerlis mit, wenn der Hund keine Allergien hat.
Ein wichtiger Punkt ist, dass Kunden mein Haus oder meinen Garten nicht betreten können, da ich immer Hunde dort habe. Stattdessen erzähle ich den Besitzern, wie es bei mir abläuft, zeige Fotos und beschreibe die Umgebung, in der die Hunde leben. Bei mir gibt es keine Zwinger oder Zimmer; die Hunde sind im Haus untergebracht und dürfen sich frei bewegen.
Abschließende Gedanken
Ich hoffe, ich konnte dir wertvolle Einblicke in die Arbeit als Dogwalker geben. Wenn du selbst Dogwalker werden möchtest, schau dir meinen kostenlosen Minikurs „Traumjob Dogwalker“ an. Für tiefere Einblicke und professionelle Ausbildung ist meine Dogwalker-Ausbildung genau das Richtige für dich.
Deine Anne