Wann zieht denn der nächste Hund bei dir ein?

Seit mein alter Hund Pips gestorben ist, werde ich diese Frage immer wieder gestellt.

Viele gehen automatisch davon aus, dass jemand, der Hunde liebt und beruflich täglich mit ihnen arbeitet, möglichst viele eigene Hunde haben möchte.

Meine Antwort überrascht deshalb häufig:

Momentan wird kein zweiter Hund einziehen.

Und genau darüber möchte ich heute schreiben.

Einzelhund bedeutet nicht einsam

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, ein Einzelhund hätte automatisch zu wenig Sozialkontakt.

Bei Odie trifft genau das Gegenteil zu.

Durch meine Hundebetreuung lebt er täglich mit unterschiedlichen Hunden zusammen. Er hat feste Hundefreundschaften, trifft regelmäßig neue Hunde und verbringt deutlich mehr Zeit mit Artgenossen als viele Hunde, die dauerhaft in einer Mehrhundehaltung leben.

Deshalb fehlt ihm sozial gesehen nichts.

Jeder Hund ist anders

Nicht jeder Hund möchte dauerhaft mit einem zweiten Hund zusammenleben.

Odie ist grundsätzlich sozial verträglich. Trotzdem gibt es Situationen, die ihn stressen können.

Dazu gehören beispielsweise:

  • direkte Frontalannäherungen
  • bestimmte Ressourcen wie Liegeplätze
  • neue Hunde im eigenen Zuhause

Bei Gasthunden kann ich diese Situationen gut managen.

Ein zweiter eigener Hund wäre dagegen eine dauerhafte Veränderung seines Alltags.

Verantwortung bedeutet auch, auf den eigenen Hund zu hören

Als Hundehalter tragen wir Verantwortung.

Nicht dafür, möglichst viele Hunde zu besitzen.

Sondern dafür, die Lebenssituation unseres Hundes ehrlich einzuschätzen.

Bei Odie habe ich den Eindruck, dass er die Ruhe inzwischen sehr genießt.

Er muss auf keinen älteren Hund mehr Rücksicht nehmen.

Er kann sich frei im Haus bewegen.

Er wirkt insgesamt entspannter.

Warum sollte ich daran etwas verändern, wenn es ihm offensichtlich gut geht?

Auch meine Bedürfnisse dürfen zählen

Ein Punkt, über den kaum gesprochen wird:

Auch wir Menschen dürfen Bedürfnisse haben.

Seit Odie Einzelhund ist, habe ich wieder Möglichkeiten, die vorher kaum vorhanden waren.

Ich kann

  • ohne Hund verreisen,
  • Seminare besuchen,
  • regelmäßig ins Fitnessstudio gehen,
  • mich bei Foodsharing engagieren
  • und bewusst Auszeiten nehmen.

Diese Zeit tut mir gut.

Und davon profitiert letztlich auch mein Hund.

Mehrhundehaltung ist kein Ziel

Ich liebe Mehrhundehaltung.

Ich arbeite täglich mit Hundegruppen.

Aber genau deshalb brauche ich privat nicht unbedingt mehrere eigene Hunde.

Mein Berufsalltag ist voller Hunde.

Zu Hause genieße ich inzwischen die Ruhe.

Mein Fazit

Vielleicht werde ich irgendwann wieder einen zweiten Hund aufnehmen.

Vielleicht auch nicht.

Im Moment fühlt sich diese Entscheidung genau richtig an.

Nicht aus Trauer.

Nicht aus Vernunft.

Sondern weil sie zu Odie, zu meinem Leben und zu unserem gemeinsamen Alltag passt.

Und genau darum sollte es bei jeder Entscheidung rund um unsere Hunde gehen.

Nicht darum, was andere erwarten.

Sondern darum, was für den eigenen Hund wirklich gut ist.

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